Logo

Navigation

Fein- und Grobmotorik

Störungen der Fein- und Grobmotorik lassen sich meist einfach erkennen.
Erste Hinweise erhält man aus den mitgebrachten Haus–Baum–Mensch-Zeichnungen oder dem Schriftbild.

Darüber hinaus wird man beispielsweise das Einbeinhüpfen (4 Jahre), dem Einbeinstand (5 Jahre) und dem Zehenspitzenstand kontrollieren. Später gibt dann auch der Hampelmannsprung wertvolle Aufschlüsse über die koordinativen Fähigkeiten.

Oliver, 6 Jahre, vor der Behandlung Oliver, 6 Jahre: vor der Behandlung
... und nach der Behandlung ... und 6 Wochen nach der Behandlung

Kraftdosierung

Kinder, die ihre Kraftdosierung nicht richtig einschätzen können gelten häufig als grob, haben Probleme bei "Turmbauen" , brechen Buntstiftspitzen schnell ab ... In der Turngruppe sind sie immer mit vollem Einsatz dabei, wirken jedoch etwas ungeschickt. Manche Eltern berichten über eine relative Schmerzunempfindlichkeit ihrer Kinder, andere wiederum wissen, dass ihr Schützling besonders empfindlich auf Hautreize (Unterwäsche, Strumpfhose) reagiert. Dies kann dann bis zur Ablehnung von körperlichen Kontakten (in den Arm nehmen oder Drücken) führen.

Verhaltensauffälligkeiten

Sie entstehen meist in Verbindung mit Vermeidungsstrategien. Wenn ein Kind genau weiß, dass beispielsweise das Krabbeln durch ein Kastenteil nicht funktionieren wird und die halbe Klasse lacht, wenn das Kastenteil umfällt, wird es versuchen, dieser Situation aus dem Weg zu gehen. Hier reichen die Reaktionen dann von Kaspern bis zum Verweigern. Wie sich solch' eine Konstellation weiter entwickelt, kann man sich dann leicht vorstellen.

Konzentrationsstörungen

Auch Konzentrationsstörungen können durch eine Vielzahl von Gründen auftreten. In Bezug auf Wirbelsäulenprobleme kommen im Wesentlichen zwei in Betracht.
Zum Einen können am obersten Wirbelsäulenpol derart spezielle anatomische Situationen auftreten, die zu einem Konzentrationsverlust bei längerer Kopfvorbeuge führen. Selbst Kopfschmerzen (Schulkopfschmerz n. Gutmann) können resultieren. Hier hilft dann die Benutzung eines Schrägpultes beim längeren Schreiben und Lesen (s.a. Rubrik Kopfschmerzen).
Zum Anderen führen auch Fehlfunktionen der oberen Wirbelsäule selbst nicht selten zu Konzentrationsstörungen und lassen sich ggf. durch eine gezielte manuelle Behandlung beheben.

Hyperaktivität

Überaktive Kinder sind meist schon durch viele "Hände" gegangen, bevor an die Wirbelsäule als (Mit-) Verursacher gedacht wird. Auch hier gilt natürlich, dass viele Ursachen solche Probleme hervorrufen können. Liegen jedoch deutlichere Fehlhaltungen oder Verspannungen in verschieden Abschnitten des Rückens vor, so werden die Kinder versuchen, durch Bewegung diese auszugleichen.
Eingangs wurde ja schon erwähnt, dass der Haltungsapparat auch wichtig für die Wahrnehmung der Körperstellung im Raum ist. Bei Abweichungen hier kommt es zu sogenannten kinästhetischen Wahrnehmungsstörungen. Liegt dem eine Funktionsstörung am oberen Wirbelsäulenpol zu Grunde, versuchen die Kinder diese Informationsverluste durch vermehrte Muskelbewegungen zu kompensieren. Es entsteht das Bild des Zappelphilipps.

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen bei Schulkindern sind häufiger als allgemein angenommen und immer wieder eine diagnostische Herausforderung. Vielen Kindern kann man bei vorliegender Funktionsstörung der oberen Halswirbelsäule mit einer manuellen Behandlung gut helfen. Dabei muss man aber betonen, dass auch andere Erkrankungen und psychische Einflüsse eine wichtige Rolle spielen (s. Rubrik Kopfschmerz).

Fazit

Sind Entwicklungsstörungen bei Vorschul- und Schulkindern nachweisbar, so lohnt sich meist ein Blick auf den "Rücken". Kinder erleben ihre "Haltung" (im übertragenen und eigentlichen Sinn) oft viel intensiver als Erwachsene und setzen ihre "Erkenntnisse" auch im täglichen Leben entsprechend um. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Auffälligkeiten im Bereich der Fein- und/oder Grobmotorik entwickeln können, die aufgrund der großen Varianz der Kleinkindentwicklung nicht erkannt oder bagatellisiert werden. Einige KISS–Kleinkinder sind richtige "Racker". Nichts ist hoch, schnell und weit genug und niemand würde an eine Koordinationsstörung denken, wenn da nicht diese Probleme in der Dosierung von Kraft wären ... Meist kommen dann schnell Beschwerden aus dem Kindergarten wegen Grobheit und anderem mehr. Wieder andere sind im Kleinkindalter vollkommen unauffällig und können ihre Schwierigkeiten der Wahrnehmung und Motorik gut kompensieren. Erst im Vorschul- und Schulalter erhöhen sich die Anforderungen derart, dass diese Kinder wieder auffällig werden.